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Melanom

Symptome

Melanome können verschiedene Symptome hervorrufen, die je nach Stadium und Ausdehnung des Tumors variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Eine Veränderung der Form, Größe, Farbe oder Textur eines bestehenden Muttermals (Geburtsflecks).
  • Das Auftreten eines neuen Muttermals, insbesondere bei Menschen, die bereits mehrere Muttermale haben.
  • Unregelmäßige Ränder oder ungleichmäßige Färbung des Muttermals.
  • Eine Verhärtung oder Erhebung des Muttermals.
  • Juckreiz oder Schmerzen im Bereich des Muttermals.

 

Standort

Melanome können an verschiedenen Körperstellen auftreten, am häufigsten jedoch auf der Haut. Besonders häufig sind sie an Körperstellen zu finden, die viel Sonnenlicht ausgesetzt sind, wie Gesicht, Hals, Arme und Beine. Sie können aber auch an Stellen auftreten, die normalerweise nicht der Sonne ausgesetzt sind, wie Mund, Augen oder Genitalbereich.

 

Diagnostik

Die Diagnose eines Melanoms umfasst verschiedene Tests, um das Vorhandensein eines Tumors zu bestätigen, seine Größe und Ausdehnung zu bestimmen und eventuelle Metastasen zu erkennen. Dazu gehören:

  • Anamnese: Der Arzt erkundigt sich nach der Krankengeschichte des Patienten und etwaigen Risikofaktoren.
  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht den betroffenen Hautbereich und beurteilt etwaige Veränderungen.
  • Dermatoskopie: Dies ist eine spezielle Untersuchungsmethode, bei der der Arzt ein Dermatoskop (eine Art Vergrößerungsglas) verwendet, um die Hautveränderung zu betrachten und zu beurteilen.
  • Biopsie: Bei Verdacht auf ein Melanom wird eine Gewebeprobe entnommen und mikroskopisch untersucht, um eine endgültige Diagnose zu stellen.
  • Bildgebung: Zur Beurteilung des Ausmaßes des Tumors und etwaiger Metastasen können bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT eingesetzt werden.

 

Therapie

Die Therapie des Melanoms hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Stadium und der Ausdehnung des Tumors, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Patienten sowie eventuellen Begleiterkrankungen. Grundsätzlich gibt es drei Behandlungsoptionen:

  • Chirurgische Entfernung: Wird ein Melanom frühzeitig erkannt, kann es in der Regel operativ vollständig entfernt werden. Je nach Größe und Lage des Tumors kann dies ambulant oder stationär erfolgen. In manchen Fällen ist es notwendig, ein größeres Hautareal zu entfernen, um sicherzustellen, dass alle Krebszellen entfernt wurden. Bei fortgeschrittenem Melanom kann die Operation auch in Kombination mit anderen Therapien wie Chemotherapie, Strahlentherapie oder Immuntherapie durchgeführt werden.
  • Strahlentherapie: In manchen Fällen von Melanomen, insbesondere wenn der Tumor inoperabel ist oder Metastasen behandelt werden müssen, kann eine Strahlentherapie eingesetzt werden. Dabei wird der Tumor gezielt bestrahlt, um die Krebszellen abzutöten.
  • Systemische Therapie: Bei der systemischen Therapie werden Medikamente eingesetzt, die im gesamten Körper wirken, um Krebszellen zu bekämpfen. Dazu gehören Chemotherapie, Immuntherapie und zielgerichtete Therapien. Die Wahl der Therapie hängt vom Stadium und der Ausdehnung des Tumors ab.

 

Kurs

Der Verlauf eines Melanoms hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter Stadium und Ausdehnung des Tumors, Alter und Gesundheitszustand des Patienten sowie eventuell bestehende Begleiterkrankungen. Ein frühzeitig erkanntes und vollständig entferntes Melanom hat eine gute Prognose und eine hohe Überlebensrate. In fortgeschrittenen Stadien kann es jedoch zu Metastasen kommen, die sich auf andere Organe ausbreiten und die Prognose deutlich verschlechtern.

 

Prognose

Die Prognose eines Melanoms hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Stadium und der Ausdehnung des Tumors, dem Alter und Gesundheitszustand des Patienten sowie eventuellen Begleiterkrankungen. Ein frühzeitig erkanntes und vollständig entferntes Melanom hat eine gute Prognose und eine hohe Überlebensrate. In fortgeschrittenen Stadien kann es jedoch zu Metastasen kommen, die sich auf andere Organe ausbreiten und die Prognose deutlich verschlechtern. Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt etwa 90 % für die Stadien I und II, 50–70 % für Stadium III und etwa 15–20 % für Stadium IV.

 

Häufigkeit

Das maligne Melanom ist eine vergleichsweise seltene Tumorerkrankung, deren Häufigkeit jedoch in den letzten Jahrzehnten weltweit zugenommen hat. In Deutschland wird jährlich bei etwa 24.000 Menschen ein malignes Melanom diagnostiziert. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa 60 Jahren.

 

Risikofaktoren

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die die Entstehung von Melanomen begünstigen können. Zu den wichtigsten gehören:

  • Hauttyp: Menschen mit heller Haut und blonden oder roten Haaren sowie blauen oder grünen Augen haben ein höheres Risiko, an einem Melanom zu erkranken, als Menschen mit dunklerer Haut.
  • Sonneneinstrahlung: Übermäßige Sonneneinstrahlung, insbesondere in der Kindheit und Jugend, erhöht das Risiko für ein Melanom. Auch künstliche UV-Strahlung, beispielsweise durch Solariumbesuche, kann das Risiko erhöhen.
  • Anzahl der Muttermale: Menschen mit vielen Muttermalen haben ein höheres Risiko, an einem Melanom zu erkranken.
  • Familiäre Vorbelastung: Wenn in der Familie bereits Fälle von Melanomen aufgetreten sind, ist das Risiko für weitere Erkrankungen erhöht.
  • Immunschwäche: Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, z. B. aufgrund von Medikamenten oder einer HIV-Infektion, haben ein höheres Risiko, an einem Melanom zu erkranken.

 

Verhütung

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Melanomen ist der Schutz der Haut vor UV-Strahlung. Dazu gehört:

  • Vermeiden Sie übermäßige Sonneneinstrahlung, insbesondere während der Mittagszeit.
  • Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor
  • Das Tragen von Kleidung, die vor UV-Strahlung schützt, wie zum Beispiel langärmlige Hemden, Hosen und Hüte.

Darüber hinaus sollten Menschen ihre Haut regelmäßig auf Veränderungen untersuchen und einen Arzt aufsuchen, wenn sie verdächtige Veränderungen feststellen.

 

Pathogenese

Das Melanom entsteht aus pigmentbildenden Zellen, den sogenannten Melanozyten, die in der Haut und den Schleimhäuten vorkommen. Die genauen Ursachen für die Entstehung des Melanoms sind noch nicht vollständig geklärt, aber es gibt mehrere Risikofaktoren, die seine Entwicklung begünstigen können, wie zum Beispiel:

  • Übermäßige Sonneneinstrahlung
  • Hellhäutig, blond oder rothaarig
  • Vorhandensein vieler Mole
  • Familiäre Veranlagung

 

Einstufung

Melanome werden nach verschiedenen Kriterien klassifiziert, wie beispielsweise der Lage, dem Aussehen und der Tiefe des Tumors. Zu den wichtigsten Klassifikationssystemen gehören:

  • Breslow-Dicke: Die Breslow-Dicke gibt die Eindringtiefe des Tumors in die Haut an und ist ein wichtiges prognostisches Kriterium.
  • Clark-Level: Der Clark-Level beschreibt, in welcher Hautschicht der Tumor entstanden ist.
  • TNM-Klassifikation: Neben der Größe des Tumors berücksichtigt die TNM-Klassifikation auch das Vorhandensein von Lymphknotenmetastasen und Fernmetastasen.

 

Inszenierung

Das Stadium des Melanoms wird anhand der TNM-Klassifikation bestimmt. Die Stadieneinteilung ist wichtig für die Wahl der Therapie und die Prognose.

  • Stadium I: Das Melanom hat eine Dicke von weniger als 2 mm und ist auf die Haut beschränkt.
  • Stadium II: Das Melanom ist dicker als 2 mm und auf die Haut beschränkt.
  • Stadium III: Das Melanom hat in die Lymphknoten gestreut.
  • Stadium IV: Das Melanom hat sich auf andere Organe wie Lunge, Leber oder Gehirn ausgebreitet.

 

Ähnliche Krankheiten

Es gibt mehrere Krankheiten, die ähnliche Symptome wie ein Melanom hervorrufen können, zum Beispiel:

  • Nävuszellnävi (Muttermale): Nävuszellnävi sind pigmentierte Hautveränderungen, die in der Regel harmlos sind. In seltenen Fällen können sie sich jedoch zu einem Melanom entwickeln.
  • Lentigo maligna: Lentigo maligna ist eine Vorstufe des Melanoms und tritt häufig bei älteren Menschen auf. Sie äußert sich als flache, braune oder schwarze Verfärbung der Haut.
  • Basalzellkarzinom: Das Basalzellkarzinom ist die häufigste Form von Hautkrebs und tritt in der Regel an sonnenexponierten Stellen auf. Es äußert sich durch eine langsam wachsende, glänzende oder perlmuttartige Läsion.
  • Plattenepithelkarzinom: Das Plattenepithelkarzinom ist ebenfalls eine Hautkrebsart, die häufig an sonnenexponierten Stellen auftritt. Es äußert sich durch eine verkrustete oder blutende Läsion.

 

Literatur

Hauschild A, Dummer R, Schadendorf D, et al (2013). “Leitlinien für die Behandlung des kutanen Melanoms”. Europäisches Journal für Krebs. 49 (6): 1309-19. doi:10.1016/j.ejca.2012.11.005. PMID 23246215.

Onkologie-Leitlinienprogramm: S3-Leitlinie Diagnose, Therapie und Nachsorge des Melanoms, Langfassung 1.0, August 2020, AWMF-Registrierungsnummer: 032-024OL.