Symptome und Lokalisation
Aktinische Keratosen zeigen sich meist als raue, schuppige, oft juckende oder schmerzhafte Hautveränderungen, deren Farbe von hautfarben bis rötlich-braun variieren kann. Sie können auch durch eine Verhärtung oder Verdickung der Haut gekennzeichnet sein. Die Läsionen können in Größe und Form unterschiedlich sein, von kleinen Flecken bis hin zu größeren Plaques mit einem Durchmesser von mehreren Zentimetern. Aktinische Keratosen treten meist an sonnenexponierten Stellen auf, insbesondere im Gesicht, auf der Kopfhaut, an den Händen, Unterarmen und am Hals. Die Diagnose einer aktinischen Keratose erfolgt in der Regel durch eine klinische Untersuchung der Haut durch einen Dermatologen. Die Läsionen sind meist leicht zu erkennen und können zur Bestätigung der Diagnose auch biopsiert werden.
Therapie
Die Behandlung der aktinischen Keratose richtet sich nach dem Schweregrad der Läsionen und dem Risiko einer Entwicklung zu einem Plattenepithelkarzinom. Gängige Behandlungsmethoden umfassen die topische Anwendung von Medikamenten wie 5-Fluorouracil, Imiquimod oder Diclofenac, Kryotherapie (Kältetherapie), Lasertherapie, photodynamische Therapie und die chirurgische Entfernung.
Die topische Behandlung mit 5-Fluorouracil oder Imiquimod kann aktinische Keratosen wirksam entfernen, indem sie die abnormalen Zellen abtötet und die normale Hautregeneration anregt. Auch Diclofenac kann topisch angewendet werden und hemmt das Enzym Cyclooxygenase-2, das an der Entstehung von Hautkrebs beteiligt ist.
Die Kryotherapie dient der Entfernung aktinischer Keratosen durch gezielte Kälteeinwirkung. Eine weitere Methode ist die Lasertherapie, bei der die Läsionen mit einem Laserstrahl entfernt werden. Auch die photodynamische Therapie ist eine wirksame Behandlungsmethode. Dabei wird eine lichtempfindliche Substanz auf die Läsionen aufgetragen und anschließend mit Licht bestrahlt, um die abnormen Zellen zu zerstören. In manchen Fällen kann eine operative Entfernung der Läsion notwendig sein, insbesondere wenn das Risiko besteht, dass sich die aktinische Keratose zu einem invasiven Plattenepithelkarzinom entwickelt hat. Die operative Entfernung ist auch eine wirksame Methode zur Behandlung großer oder schwer zugänglicher Läsionen.
Verlauf und Prognose
Werden aktinische Keratosen nicht behandelt, besteht ein erhöhtes Risiko, dass sie sich zu einem invasiven Plattenepithelkarzinom entwickeln. Bei frühzeitiger Behandlung ist die Prognose jedoch in der Regel gut. Einige Studien zeigen, dass die Häufigkeit von Plattenepithelkarzinomen bei Patienten mit aktinischen Keratosen durch eine frühzeitige Behandlung reduziert werden kann.
Häufigkeit und Risikofaktoren: Aktinische Keratosen sind häufige Hautveränderungen, insbesondere bei Menschen mittleren und höheren Alters. Das Risiko, an aktinischen Keratosen zu erkranken, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Anzahl der Sonnenbrände und die kumulative Sonnenexposition im Laufe des Lebens, der Hauttyp und eine familiäre Vorbelastung mit Hautkrebs.
Verhütung
Die beste Vorbeugung gegen aktinische Keratosen besteht in Sonnenschutzmaßnahmen wie dem Tragen schützender Kleidung, dem Vermeiden direkter Sonneneinstrahlung während der heißesten Tageszeit und der Anwendung von Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor. Es wird außerdem empfohlen, regelmäßige Hautuntersuchungen durchzuführen und verdächtige Hautveränderungen frühzeitig behandeln zu lassen.
Pathogenese
Die genaue Pathogenese der aktinischen Keratose ist noch nicht vollständig geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass chronische Sonnenexposition und ultraviolette Strahlung zu DNA-Schäden in der Haut führen. Diese Schäden können wiederum eine abnorme Zellproliferation und -differenzierung zur Folge haben, was die charakteristischen Hautveränderungen zur Folge hat.
Definition
Aktinische Keratosen sind flache, raue, schuppige Hautveränderungen, die durch UV-Strahlung verursacht werden. Sie können in verschiedenen Größen und Formen auftreten und sind oft rötlich gefärbt. Aktinische Keratosen gelten als Präkanzerosen, da sie das Risiko für die Entwicklung einer bösartigen Hautveränderung, wie beispielsweise eines Plattenepithelkarzinoms, erhöhen.
Einstufung
Aktinische Keratosen werden üblicherweise nach ihrem klinischen Erscheinungsbild klassifiziert. Die häufigsten Typen sind:
Aktinische Keratose der Kopfhaut
Aktinische Keratose des Gesichts und der Gliedmaßen
Aktinische Keratose am Handrücken
Inszenierung
Für aktinische Keratose gibt es keine offizielle Stadieneinteilung. In einigen Fällen können schwere Läsionen jedoch als präkanzerös eingestuft und entsprechend behandelt werden.
Ähnliche Krankheiten
Plattenepithelkarzinom: Ein bösartiger Hauttumor, der von den Zellen der obersten Hautschicht (Epithelzellen) ausgeht. Plattenepithelkarzinome können sich aus aktinischen Keratosen entwickeln.
Basalzellkarzinom: Ein bösartiger Hauttumor, der von den Zellen der unteren Hautschicht (Basalzellen) ausgeht. Basalzellkarzinome können sich auch aus aktinischen Keratosen entwickeln.
Literatur
Werner RN, Stockfleth E, Connolly SM, et al. Evidenz- und konsensbasierte (S3) Leitlinien zur Behandlung der aktinischen Keratose – Internationale Liga der Dermatologischen Gesellschaften in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Dermatologieforum – Kurzfassung. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2015 Nov;29(11):2069-79. doi: 10.1111/jdv.13180. epub 2015 Oct 12. PMID: 26388224.
Schmitt JV, Miot HA. Aktinische Keratose: eine klinische und epidemiologische Übersicht. An Bras Dermatol. 2012 Jul-Aug;87(4):425-34. doi: 10.1590/s0365-05962012000400002. PMID: 22892798; PMCID: PMC3699933.
Weblinks
Aktinische Keratose auf der Website der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft: https://www.derma.de/aktinische-keratose/
Aktinische Keratose auf der Website des National Center for Tumor Diseases (NCT): https://www.nct-heidelberg.de/de/patienten-angehoerige/erkrankungen/aktinische-keratose.html